8. Dezember 2011
Meine Lieben, ich habe ein paar schlimme Monate hinter mir. Zwischendruch sind wir vor Arbeit versunken, hatten kurze Hochzeiten und waren umso schneller wieder dem Aufgeben nahe. Dieses Jahr war eine Katastrophe. Nichts wollte so recht klappen und egal, wie sehr wir uns bemüht haben, hat man dem keinerlei Beachtung geschenkt. Ganze Tage habe ich hinten in unserer Backstube gesessen und in meine Schürze geweint.
Wir mussten so einiges umstellen und viele neue Ideen wieder verwerfen. Die Besetzung und auch das Angebot mussten neu geplant werden, Kredit und Geldanlage neu überdacht und die Kunden wieder ganz von Neuem umworben werden. Für unseren Eifer mussten wir einiges einstecken und noch viel mehr hergeben. Aber am Ende hat sich die ganze Arbeit, der ganze Stress, doch ein wenig bezahlt gemacht und unsere Tür leutete am Morgen wieder öfter. Auch ein paar Kundenwünsche, kleine Vorbestellungen gingen wieder ein. Noch hat sich der Laden nicht ganz erholt, aber wir dürfen wieder aufatmen.
Außerdem beginnt jetzt meine liebste Zeit, in der ich mich in meine Arbeit werfen kann, ohne die geringste Anstrengung zu spüren. Die Leute zieht es wieder an unsere Schaufenster und zu all den süßen Verlockungen. Ich habe alles dekoriert, Winterhäuser und ganze Landschaften gebacken. Was die Weihnachtskreationen angeht, bin ich unschlagbar. Wir bieten nun ein extra Sortiment mit Pralinen an, lassen die Kunden kleine Schokogipfel kosten und verkaufen sie anschließend fast in ganzen Säcken. Ich weiß genau, was die Rezepte unbestechlich macht und was, selbst in ein paar einfache Frühstücksbrötchen gegeben, die Geschmacksnerven weckt. Ich backe und kreiere manchmal bis in die Nacht hinein und werde einfach nicht müde. Ich bin mir sicher, dass dieser süße Winter uns wieder weiter bringen wird.
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19. März 2011
Am Anfang lief ja alles super hier, als wir hier aufgemacht haben standen die Kunden manchmal bis an die Tür und haben gewartet dass sie ihre frischen Brötchen bekommen. Warum das jetzt nicht mehr so ist kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Natürlch gab es in der Anfangsphase immer mal was umsonst zum probieren, das macht man ja so, besonders wenn man seine Eigenkreationen an den Mann bzw die Frau kriegen will. Ich habe dann immer ein Tablett mitallen neuen Sachen schln aufgeschnitten auf den Treseb gestellt und dann konnten die Leute das probieren. Das hat auch total funktioniert, wenn es ihnne geschmeckt hat dann ahben sie dann auch ein Stück von dem Kuchen oder en paar Kekse oder so etwas gekauft. nach den ersen Wochen habe ich das irgendwann gelassen, ich dachte jetzt kennen sie das ja alle jetzt müssen sie nicht mehr probieren.
Das scheint aber nicht gut angekommen zu sein, jetzt kommen jedenfalls plötzlich viel weniger Leute. Morgends zum Brötchen kaufen kommt fast niemand mehr, da scheinen sie jetzt alle im Supermarkt diese Aufbackdinger zu kaufen oder ich weiß auch nicht. nachmittags geht es noch ein bißchen besser, die Kuchen von mir verkaufen sich nach wie vor ganz gut eigentlich. Ich habe schon überlegt ob ich nicht umsatteln soll und anfangen nur noch Kuchen und Kekse und vielleidht Pralienen zu verkaufen. Dann bin ich halt kein Bäckerladen mehr sondern eine Konditorei. Richtig reich kann man mit Brötchen sowieso nicht werden, da muss sich niemand was vormachen. Abaer mit Pralienen, das kann ich mir gut vorstellen, so was ganz edles halt was man sich nicht jeden Tag gönnt aber wenn dann mal auch gleich ein bißchen mehr Geld ausgibt.
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5. März 2011
Heute ist ein Tag, der ist wie verhext. Ich bin schon früh in der Backstube gewesen, um drei Uhr morgens etwa. Viel musste vorbereitet werden, und so habe ich mich ratzfatz an die Arbeit gemacht. Vom Rumstehen machen sich die Sachen ja schliesslich nicht. Zuerst gung es ans Brot backen, dann an die Brötchen, zum Schluß kamen die Kuchen dran. Beim Brot ist mir die Trockenhefe ausgeruscht, jetzt sieht selbst das Schwarzbrot aus wie Toastbrot, nur eben in schwarz, die Brötchen sind alle aneinander gepappt beim Backen weil sie so aufgegangen sin, vielleicht war da auch zuviel Hefe. Jetzt sind es keine Brötchen sondern eine riesige Kette, wie eine Halskette die man einem Riesen um den Hals hängen könnte. Das ist natürlich quatsch, Riesen gibt es ja überhaupt nicht und selbst wenn würden sie wahrscheinlich keine halskette aus Brötchen haben wollen. beim Kuchen backen ist dann alles soweit gut gegangen, aber als um sieben die ersten Kunden gekommen sind war ich fix und fertig mit den Nerven.
Dann habe ich de paar Stunden im Laden gestanden, bis dann die Heidi gekommen ist um mich abzulösen. Zwischendrin hatte ich auch schon noch eine Palette Eier runtergeworfen und habe Frsu Müller gefragt wies ihrem Mann geht obwohl der ja vor drei Wochen gestorben ist. Das war unangenehm, sie hat dann auch gar nichts mehr gesagt sondern ist einfach gegangen. Stellen sie sich mal nicht so an Frau Müller wir müssen alle mal sterben, 6 Euro 30 krieg ich noch von ihnen, hab ich mich sagen hören wie von ganz weit weg, im Erdboden wollte ich versinken, der ganze Laden stand nämlich mit offenen Mündern da. Das hat mir dann gereicht für den Tag..
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26. Februar 2011
Ach ihr Lieben,
der Umzug war doch viel stressiger als ich es mir vorgestellt hatte. Wir mussten ja nun sehr schnell aus der Wohnung raus und Dank des Vermieters, der sich ebenso um eine vorübergehende Wohnung für uns umschaute, hatten wir eine schöne gefunden. Zu beachten war ja auch, dass wir diese Wohnung nur für ca. 4 Monate brauchten und es aber auch vorkommen könnte, dass die Arbeiten an unserem bisherigen Wohnhaus doch nicht in dieser Zeit abgeschlossen werden konnten und somit unser Aufenthalt in der jetzigen neuen Wohnung sich verlängert. Bis in den späten Abend hinein haben wir damit verbracht das wichtige aus unseren Kisten in die nur provisorisch aufgestellten Schränke einzuordnen. Wir hatten zwar tatkräftige Unterstützung von Freunden und die Familien mit Kindern hatten es doch viel stärker getroffen, aber es war nicht ohne. Wir waren ganz schön ausgebrannt.
Puhh, all dieser Stress während wir auch noch arbeiten gehen mussten. Mein Ideenreichtum meiner Selbst-Kreationen musste darunter etwas leiden. Gut, nun bin ich meinem Chef gegenüber nicht verpflichtet andauernd neue Rezepte auszudenken, doch meinen Kunden gegenüber wollte ich oft eine ausgewogene Abwechslung bieten.
Nun wieder in der Bäckerei mental angekommen, versuchte ich gleich mich mit neuen Ideen den Tag zu versüßen. Heute schien das Geschäft ruhig zu bleiben und genügend Mitarbeiter konnten sich tatkräftig um den Verkauf kümmern. Zurück in der Küche probierte ich eine Kreation, die ähnlich einer Schoko-Mouse-Torte glich. Mmh, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Das individuelle an dieser Torte war der Hauch von Kirschen. Diese fruchtige Mischung, die mit vollem Schoko-Genuss umrandet, wird den Kunden bestimmt ein Gaumenschmauß werden. Es sind keine ganzen Kirschen in der Torte vorhanden, diese wurden von mir vorher püriert. Deswegen ja der Hauch von Kirschen.
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12. Februar 2011
Hallo ihr Lieben,
der Monat Februar hat ja bei vielen noch ein wenig Speck von Weihnachten hinterlassen und so hab ich mich zu einer Fitness-Kreation hinreißen lassen. Das Brot beinhaltet eine wertvolle Getreidemischung mit Karotten und anderen Gemüse- und Vollkornsorten. Die genauste Rezeption behalte ich natürlich für mich. Im Laden wird es nicht unter diesem Namen laufen, denn ich möchte den Leuten nicht mit einem solchen Produkt unter die Nase reiben, dass sie ein Fitness-Brot nötig haben. Mit meinen Mitarbeitern und meinem Chef hab ich beschlossen, dieses Fitness-Brot unter einer gesunden Beschreibung zu verkaufen. Denn für die Gesundheit tut jeder gern etwas.
Eine ganz andere Sache beschäftigt mich gerade, ist aber nichts dramatisches. Wir hatten gestern Post vom Vermieter im Briefkasten, was uns nun doch zu einem Umzug zwingt. Das Haus, in dem mein Mann und ich schon seit mehreren Jahren wohnen, muss so stark saniert werden, dass wir uns eine neue Bleibe suchen müssen. Es ist nur vorübergehend und wird anteilig von unserem jetzigen Vermieter finanziell unterstützt. Denn schließlich hätte es sich bereits schon viel früher um eine Verbesserung der Baustruktur kümmern müssen. Naja, mich stört es nicht so sehr. Die Umzugskosten übernimmt unser Vermieter in vollem Umfang. Das ist doch ein Traum. Da hab ich auch gleich ein günstiges Umzugsunternehmen beauftragt, die dann auch unsere Sachen behutsam zusammen packen. So müssen mein Mann und ich nicht auch noch frei nehmen.
Um was wir uns natürlich selbst kümmern müssen, ist eine neue Wohnung suchen. Ich hab meinen Mann damit beauftragt mal im Internet zu schauen. Gestern hatte er schon interessante Wohnungen gefunden und wir haben uns entschieden, dass eine auf absehbare Zeit bewohnbare Zwei-Zimmer-Wohnung genügt. So viel Besitz haben wir nicht und die Sanierungsauflagen des Bauamtes sollen in vier Monaten abgeschlossen werden.
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2. Februar 2011
Hallo liebe Leser,
ich bin Gabi und aus Leidenschaft Bäckerin. Ich weiß für viele ist dies nur ein Beruf, doch für mich ist es die Erfüllung meines Lebens. Denn ich experimentiere gern mit verschiedenen Rezepten und bin froh, dass mein Chef das duldet. Nun muss ich zu meiner Verteidigung aber auch sagen, dass ich sämtliche neue Rezepte von meinen Mitarbeitern vortesten lasse und sie meinem Chef serviere, der bisher immer sehr begeistert war.

Achso, ich sollte noch mitteilen, dass wir eine eigene Bäckerei sind, die vom Brot über Brötchen bis hin zu Kuchen und jeglichen süßen Knabbereien alles selbst herstellen. Da fängt der Tag mit Arbeit bereits in der Nacht an. Das zeichnet uns natürlich sehr aus und macht uns überaus beliebt. Wir haben sehr viele Stammkunden, dass es uns ermöglicht, auch humane Preise machen zu können.
Letztens hab ich eine neue Sorte an Brötchen entwickelt. Ich hab einige Mehlsorten so gemischt, dass sie im Brötchen streifenförmig zu sehen sind. Mein Chef war erst skeptisch, doch da man diese Streifen auch äußerlich sah, fand er die Idee ganz lustig. Geschmacklich ist das Brötchen in süßlicher Variante erschienen, aber dezent. Die Mehlsorten bestehen nicht nur aus Roggen- und Weizenmehl, sondern es gab noch nen Zuschuss an Kakao.
Damit eine zügige Produktion der ganzen Angebote in unserer Bäckerei stattfinden kann, auch tagsüber, denn alles ist bei uns frisch, haben wir natürlich noch weitere Mitarbeiter als mich. Und deswegen gibt es auch monatlich eine feste Produktionspalette. Monatlich deswegen, weil durch meine neuen Kreationen und Ideen neue Sorten in unser Angebot aufgenommen werden und andere dafür weichen müssen. Nun will ich natürlich nicht überheblich behaupten, dass jede meiner Leckereien ein Verkaufsschlager wird. Doch es war nie so, dass sich die Kunden geekelt haben oder es scheusslich fanden. Darauf achten wir alle Mitarbeiter sehr drauf. Und bei jedem neuen Produkt weisen wir unsere Kunden extra hin und bitten um ein Feedback.
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